Bundestagsabgeordneter Jürgen Coße (SPD) beim Unternehmen Schemberg Ladenbau – Qualität und Schnelligkeit – Zu viele gesetzliche Vorschriften
Vermutlich hat Jede oder Jeder schon einmal bei dm an der Kasse gestanden. Oder bei Thalia ein Buch gekauft. Die Möbel für die Ladeneinrichtung, also die Kassen und Regale, werden tatsächlich in Mettingen bei dem Familienunternehmen Schemberg Ladenbau gefertigt. Aktuell bauen die Tischler und Techniker an der Bahnhofstraße in Mettingen Regalmöbel samt Spiegel für Beautyprodukte bei dm. Vermittelt über die Wirtschaftsvereinigung Steinfurt (WVS) hat der Bundestagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Jürgen Coße (SPD), mit der Geschäftsleitung Carsten und Anne Schemberg über die Produktion, aber auch über ein Zuviel an rechtlichen und gesetzlichen Vorschriften gesprochen.
In dritter Generation haben sich Carsten und Anne Schemberg mit ihrem Unternehmen, das 1932 von Carsten Schembergs Großvater gegründet wurde, spezialisiert. „Für uns stehen die Qualität der Möbel, die Schnelligkeit, Nachhaltigkeit und auch der soziale Aspekt im Vordergrund. Erst dann geht es um den finanziellen Gewinn. Die Chinesen können vielleicht günstiger produzieren, brauchen aber länger. Es ist tatsächlich so, dass wir uns mit unserer Qualität bei den Kunden in unserem speziellen Segment einen Namen gemacht haben“, sagt Carsten Schemberg.
Ein Aspekt für erfolgreich laufende Geschäfte sei auch die Verbesserung von Arbeitsabläufen. „Hierfür nutzen wir schon länger KI und entwickeln damit unsere Prozesse stetig weiter“, sagt Schemberg, der auch selbst Apps und Anwendungen programmiert. „Wir sind aufgrund unserer Schnelligkeit und Qualitätsmaßnahmen so gut wie eine Ein-Mann-Tischlerei.“
Bei einem Rundgang durch den Betrieb konnten sich Coße sowie Martina Breckweg und Heiner Hoffschröer von der WVS einen Eindruck von der Produktion verschaffen. In Kürze wird die Firma eine neue Säge mit integriertem Roboter anschaffen. „Dadurch fallen keine Arbeitsplätze weg, aber wir werden dadurch schneller und können die Mitarbeiter auch anderweitig einsetzen“, sagt Anne Schemberg, die im Unternehmen für das Marketing zuständig ist.
Anlass des Gesprächs war neben der Vorstellung des Unternehmens mit 8.200 Quadratmetern Fläche für Produktion und Verwaltung an zwei Standorten in Mettingen und Ibbenbüren-Schierloh war eine Menge an Vorschriften und Gesetzen, die es im Alltag oft erschweren, auch wenn sie Gutes im Sinn hatten. „Wir haben einen Betriebsrat und zahlen schon immer nach Tarif. Trotzdem müssen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach dem Entgelttransparenzgesetz unterweisen, obwohl es für uns keine Rolle spielt, da alle gleich bezahlt werden“, nennt Carsten Schemberg ein Beispiel.
Coße: „Man muss es wohl so sagen, dass wir uns in Deutschland mittlerweile in vielen Bereichen überregulieren. Dazu kommen EU-Gesetze. Es besteht immer die Sorge, dass aus einem negativen Einzelfall, der überall passieren kann, eine Generalisierung erfolgt. Damit vermitteln die Behörden auch ein Misstrauen gegenüber Unternehmen, wenn selbst auf den Umgang mit einem Teppichmesser hingewiesen werden muss, dass es spitz und scharf ist. Gleichzeitig geht es um Verantwortung. Je mehr Ämter, desto mehr Regeln. Ich fürchte nur, dass es ein langer Weg wird, diese Struktur wieder etwas zurückzubauen. Dennoch müssen wir das machen, auch um die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu erhalten und nicht zu viel Zeit und Geld auf Bürokratie zu verschwenden.“

Text: Wahlkreisbüro Jürgen Coße
Foto: Norbert Gaßner


