Kennen Sie schon?

WVS-Mitglied westenergie AG

Hier im Interview mit Norbert Lüssem.

WVS: Norbert, schön, dass du Zeit hast und uns etwas von deinem Job und der Westenergie AG erzählen magst. Da wir uns ja nun schon länger kennen, bleiben wir beim Du, ok?

Norbert Lüssem (NL): Heiner, gerne habe ich natürlich Zeit für dich und die WVS, und gerne erzähle ich von meinem Arbeitsalltag und davon, was mich bewegt.

WVS: Was hat Dich ursprünglich zur Energiebranche geführt – war das eine bewusste Entscheidung oder eher ein Zufall?
Erzähle gerne ein wenig über deinen Werdegang und was dich an diesem Berufsfeld besonders reizt.

NL: Damals – in den Achtzigern – gestaltete sich die Suche nach einer kaufmännischen Ausbildung schwierig. Der Zufall hat mich dann in die Energiebranche geführt, für die ich schnell eine Leidenschaft entwickelt habe. Zu Beginn meiner Karriere war ich am Aufbau von Gasnetzen im Sauer- und Siegerland sowie in Ostwestfalen-Lippe beteiligt. Schon zu der Zeit habe ich die enge Zusammenarbeit mit Kommunen und regionalen Partnern zu schätzen gelernt. Auch meine nächste Station war geprägt durch regionale Kontakte. Während und nach der Liberalisierung des Energiemarktes habe ich mich intensiv um die Energiebeschaffung für unsere Großkunden sowie unsere regionalen Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke gekümmert. Dadurch habe ich mir ein tiefes Verständnis für die Anforderungen großer Kunden und die Dynamik des Energiemarktes angeeignet.  Da auch der Wunsch dazu kam, die weite Welt zu sehen, ging es für mich dann in den Handel: Als Term- und Spotmarkthändler an der deutschen Energiebörse (EEX Leipzig) brachte ich die strategische Marktpositionierung für RWE, Innogy und Eon durch den Aufbau wichtiger Handelsbeziehungen zu nationalen und internationalen Partnern voran. Dies war mit vielen, teils auch längeren Reisen nach Dänemark, Österreich und in die Schweiz verbunden. Im Jahr 2021 eröffnet sich mir die Chance – zurück zu den Wurzeln – für die Westenergie, dem größten deutschen Energiedienstleister und Infrastrukturanbieter, wieder regional mit den Kommunen zusammenzuarbeiten. Und das mache ich bis heute mit Herz und Leidenschaft.

WVS: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus – oder gibt es den gar nicht?
Zwischen strategischer Planung, Abstimmungen mit Kommunen und Projektarbeit: Was prägt deinen Arbeitsalltag?

NL: Mein Tag beginnt erst einmal mit einer großen Tasse Kaffee und der Zeitung. Und dann stehen Gespräche mit kommunalen Partnern wie Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Stadtwerkevertreterinnen und -vertretern oder Mitarbeitenden des Bauamts oder Klimaschutzmanagerinnen und -manager im Mittelpunkt. Tagtäglich ist mein Ziel, gemeinsam mit ihnen nachhaltige Lösungen für ihre Kommunen zu entwickeln, die ökologisch sinnvoll sind und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig bleiben. Neben dem fachlichen Austausch ist mir die Beziehungspflege besonders wichtig. Langfristige Partnerschaften mit Kommunen sind entscheidend, um Projekte nachhaltig zu verankern. Dazu gehören auch Netzwerktreffen, Workshops oder Veranstaltungen. Auch regelmäßige Aufsichtsratstermine unserer Beteiligungsunternehmen gehören zu meinem Alltag.

WVS: Was motiviert dich in deiner aktuellen Rolle als Kommunalmanager bei Westenergie in deiner Region am meisten?
Welche Ziele verfolgst du ganz persönlich – über das Tagesgeschäft hinaus?

NL: Was mich jeden Tag antreibt, ist die Möglichkeit, wirklich etwas zu bewegen – konkret, lokal und nachhaltig. In meiner Rolle als Westenergie-Kommunalmanager bin ich nah dran an den Menschen der Kommunalverwaltung und kann gemeinsam mit ihnen Lösungen entwickeln, die unsere Energiezukunft sicher und nachhaltig gestalten.  Besonders motivierend ist es für mich, wenn aus einem ersten Gespräch ein echtes Projekt entsteht, das vor Ort Wirkung zeigt. Ich schätze die Vielfalt meiner Aufgaben: strategisch denken, Netzwerke aufbauen, technische und politische Zusammenhänge verstehen und vermitteln – und dabei immer das Ziel im Blick behalten, unsere Region versorgungssicherer, klimafreundlicher und zukunftsfähiger zu machen.

WVS: Wie gelingt es dir, bei all den beruflichen Anforderungen auch einmal abzuschalten?
Gibt es Hobbys oder Rituale, die für dich besonders wichtig sind?

NL: Wenn der Kopf mal voll ist, hilft mir vor allem eines: Zeit mit Familie und Freunden. Ob beim Wandern durch die Natur oder mit dem Fahrrad – draußen sein tut mir einfach gut. Und im Winter geht es für mich am liebsten auf die Piste: Skifahren ist meine große Leidenschaft und für mich der perfekte Mix aus Bewegung, Spaß und Abschalten.

WVS: Westenergie ist einer der größten regionalen Energiedienstleister in Deutschland – wie würdest du die Rolle deines Unternehmens in der aktuellen Energiewende beschreiben?
Was sind dabei die besonderen Herausforderungen in deiner Region?

NL: Als Mitarbeiter bei Westenergie empfinde ich unseren Beitrag zur Energiewende im Münsterland als besonders bedeutsam, denn hier treffen große Potenziale auf anspruchsvolle Rahmenbedingungen. Der starke Ausbau erneuerbarer Energien im privaten und gewerblichen Bereich – etwa durch Photovoltaik, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur und Batteriespeicher – sowie neue gesetzliche Vorgaben haben zu einem sprunghaften Anstieg der Netzanschlussanfragen geführt. Während unsere Tochtergesellschaft Westnetz im Jahr 2021 rund 30.000 Anschlussanfragen für PV-Anlagen erreichten, waren es im Jahr 2022 rund 70.000, im Jahr 2023 dann mehr als 115.000. Im Jahr 2024 hat sich die Nachfrage mit knapp 70.000 Anfragen wieder etwas normalisiert. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Osterpaket im Jahr 2022 der Bundesregierung mit zahlreichen Förderanreizen für private Erzeugungsanlagen. Hierauf haben wir bereits mit einer massiven Aufstockung unserer Budgets und einem massiven Zuwachs an Mitarbeitenden in allen Unternehmensbereichen in unserem gesamten Versorgungsgebiet reagiert. Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir beispielsweise unsere Investitionskosten in etwa verdreifacht. Die Gelder werden direkt in den Regionen investiert, für Maßnahmen zur Netzverstärkung, für die Digitalisierung beispielsweise durch neue Ortsnetzstationen oder für den Bau beziehungsweise die Erweiterung neuer Umspannanlagen wie zuletzt in Horstmar oder in Altenberge. Hier bündeln wird bei uns im Konzern alle Kräfte, um unseren Teil zum Gelingen der Energiewende beizutragen. Das Münsterland steht hier exemplarisch für die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit:

Eine hohe Dichte an Photovoltaik-, Wind- und Biomasseanlagen fordert das Energienetz und macht moderne, innovative und digitale Lösungen in der Region unabdingbar. Als Partner vor Ort sind wir Berater für die Kommunen, wir erklären und entwickeln gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Westnetz, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Westenergie, smarte Lösungen für Gemeinden und Städte, um die Versorgungssicherheit auch künftig sicherzustellen.

WVS: Du bist im kommunalen Partnermanagement tätig – was bedeutet das konkret?
Wie sieht die Zusammenarbeit mit Städten, Gemeinden oder Landkreisen in der Praxis aus?

NL: Vor allem in meiner Rolle als Westenergie-Kommunalmanager arbeite ich sehr eng mit Städten und Gemeinden des Münsterlandes zusammen – immer partnerschaftlich und mit Blick auf die individuellen Herausforderungen vor Ort. Das fängt in der Praxis damit an, dass wir als Ansprechpartner und Berater immer ein offenes Ohr für die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter haben. Die Energiebranche ist komplex. Teil unserer Aufgabe ist deshalb, in Gesprächen, aber auch durch eigene Vortragsreihen Komplexität zu reduzieren. Gleichzeitig unterstützen wir Kommunen bei größeren Infrastrukturprojekten und liefern neben der Beratung ebenfalls die Technik. Beispielsweise modernisieren wir in vielen Ortschaften aktuell die Straßenbeleuchtung und rüsten sie gemeinsam mit den Städten und Gemeinden auf LED-Technik um. Das erhöht die Energieeffizienz der Orte, senkt die Haushaltskosten und schont zudem die Umwelt. Ein weiteres Beispiel ist unser Engagement im Bereich von E-Ladesäulen und Schnellladern. Denn wir möchten, dass Elektromobilität auch in ländlicheren Regionen – wie im Kreis Steinfurt und der Umgebung alltagstauglich wird. Und damit Bürgerinnen und Bürger transparent mitbekommen, wie viel Strom Kommunen aus erneuerbaren Energien gewinnen, gibt es da auch noch den Westenergie Energie Monitor. Ein digitales Tool, auf das alle über eine Website Zugriff haben.

WVS: Welche innovativen Projekte oder Technologien verfolgt Westenergie aktuell, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit und Digitalisierung?
Gibt es Leuchtturmprojekte, die du besonders hervorheben möchtest?

NL: Die Energiewende im Münsterland bringt besondere Herausforderungen mit sich. Viel Einspeisung erneuerbarer Energien ins Netz und steigende Anforderungen an Infrastruktur und Versorgungssicherheit sind Beispiele dafür. Gemeinsam mit der Westnetz und unseren Partnerkommunen setzen wir auf neue Technologien, digitale Lösungen und innovative Konzepte, um diese Aufgaben zu bewältigen. Als Deutschlands größter regionaler Energiedienstleister und Infrastrukturanbieter sehen wir es als unsere Verantwortung an, dabei vor allem die Nachhaltigkeit mitzudenken. Denn Nachhaltigkeit ist für uns zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und Haltung. Damit der Grüne Storm, der in den Regionen produziert wird, auch ins Netz integriert werden kann, baut die Westnetz, das Netz kontinuierlich aus. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen, sodass es immer wieder zu sogenannten Doppelbaustellen kommt. Bei diesen wird sowohl das Strom- als auch das Gas- oder Breitbandnetz gleichzeitig ausgebaut, was Ressourcen schont. Die Verteilnetze werden immer digitaler, unter anderem durch digitale Ortsnetzstationen, die eine intelligente und ferngesteuerte Netzsteuerung ermöglichen.

WVS: Was bedeutet für dich persönlich die Verbindung zur WVS (Wirtschaftsvereinigung für den Kreis Steinfurt e.V.)?
Wie erlebest du die Netzwerkarbeit und den Austausch innerhalb der WVS?

NL: Die Energiewende gelingt nur im Zusammenspiel vieler Akteure. Daher ist es entscheidend, dass wir uns mit den verschiedensten Unternehmen vernetzen. Durch gemeinsame Netzwerktreffen entstehen Schnittstellen, an denen wir voneinander lernen können, Erfahrungen austauschen und vielleicht sogar für zukünftige Projekte Partner finden.

WVS: Was bringt dich zuverlässig zum Lachen – auch an stressigen Tagen?
Ein Lieblingswitz, ein bestimmtes Ritual im Büro oder einfach trockener westfälischer Humor?

NL: Meine tägliche Portion Humor liefern Telefonate mit einer meiner drei Töchter oder meinem Enkelkind. Situationskomik im Büro ist immer willkommen! Und wer sich selbst nicht zu ernst nimmt, hat schon halb gewonnen. Ich lache gern, auch mal über mich selbst.

WVS: Danke, Norbert, für den Einblick in deinen Alltag! Dann sehen wir uns demnächst sicherlich wieder bei einem WVS-Event? 

NL: Natürlich sehen wir uns bald wieder – bei einem eurer vielseitigen und abwechslungsreichen WVS-Angebote und Veranstaltungen

Kontakt:

Westenergie AG

Kommunales Partnermanagement

Region Münsterland-Ostwestfalen-Lippe
Weseler Str. 480, 48163 Münster
Mail: norbert.luessem@westenergie.de

Sie sind langjähriges WVS-Mitglied und möchten sich ebenfalls vorstellen, dann melden Sie sich bei uns: info@wvs-steinfurt.de

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