WVS Zukunftskreis Wirtschaft Kreis Steinfurt

Am 22.05.2019 trafen sich rund 15 Vertreter/innen von WVS Mitgliedsfirmen, um über die zukünftige Ausrichtung der Unternehmen und die zu erwartenden Anforderungen an die Betriebe zu reden.

Nach einem spannenden Impulsvortrag von Dr. Stefan Borchert, der deutliche und zum Teil alarmierende Kennzahlen aus dem Bereich der IHK Nordwestfalen vortrug wurde schnell deutlich, dass Themen wie Fachkräfte- und Nachfolgesituation und die Fördermöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) Bereiche sind, die genauestens zu betrachten sind. Als Fakten nannte er dabei, dass die Zahl der erwerbstätigen im Münsterland bis 2030 um 9,5% zurückgehen wird und sich daraus ein nochmals deutlich verschärfter Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte entwickeln wird. Eine bereits jetzt nicht unbekannte Entwicklung, die viele Betriebe auch schon jetzt massiv beschäftigt. Die Reaktivierung der eigenen betrieblichen Ausbildungsleistung genügt dabei alleine schon längst nicht mehr aus, da oftmals kaum noch die passenden Bewerber/innen für die offenen Ausbildungsplatzstellen gefunden werden können. Dr. Borchert skizzierte eine Reihe von üblichen Maßnahmen zur Sicherung von Fachkräften. Themen wie Prämienzahlungen, Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität, positives Betriebsklima uvm. wenden schon etliche der anwesenden Betriebe an. Auch hier muss eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen angewendet werden, um messbare Erfolge zu erzielen.

Zudem kommt die Thematik der Betriebsnachfolge. Hier unterschied Dr. Borchert die übergabereifen und die übergabewürdigen Betriebe. Im Bereich Nord-Westfalen gibt es derzeit rund 31.000 übergabereife Unternehmen und davon aber nur 7.500 übergabewürdige Unternehmen, die einen Jahresgewinn von >50.000 € pro Jahr ausweisen. Wichtiges Signal für die Belegschaft ist dabei, dass Thema rechtzeitig anzupacken. Egal ob ein Familienmitglied als Nachfolger vorgesehen ist, ein externer Investor einsteigen wird oder ein Mitarbeiter das Ruder in die Hand nimmt. Realistisch ist ein Prozesszeitraum von 5-10 Jahren. Und damit wird es bei vielen Betrieben höchste Zeit zu handeln.

Die anwesenden WVS Mitglieder diskutierten dann über Maßnahmen und Punkte, die regional im Kreis Steinfurt von Belang sein könnten. Erste Wortmeldungen deuteten darauf hin, dass es den meisten Betrieben darum geht, diese Themen auch überregional zu betrachten und anzugehen. Es kam der Wunsch auf nach kombinierten Angeboten für Fach- und Führungskräfte aber auch für Lehrlinge, um Arbeit und Freizeit zu kombinieren. Die Diskussion verlief munter und vielschichtig und es wurde klar, dass insbesondere ein regionales Netzwerk -wie die WVS- wie geschaffen dafür ist, diese Themen gemeinsam mit den Betrieben vor Ort anzugehen.

Aus diesem ersten Treffen werden weitere Termine folgen. Die angedachten Themen werden in kleinere Bereiche mit klar definierten Fragen/Zielen unterteilt, so dass auch deutliche Ergebnisse gewonnen werden können. Zudem soll ein Schwerpunkt auf die Umsetzbarkeit in der Region und den Praxisbezug gelegt werden.

Extrem spannend und mit tollen Beiträgen gespickt, so WVS Geschäftsführer Heiner Hoffschroer, der sich auf die Fortsetzung des Treffen freut. Ein besonderer Dank an die Gaststätte „Zum Vosskotten“ in Greven, die passenderweise frischen  Spargel aus der Region servierte.

Mitgliederverzeichnis mit Leistungsprofilen

Kurzprofile der Unternehmen / Branchen

BusinessBeach 2019 in Greven