EU-Datenschutz: Stichtag rückt näher – Vorträge vor der Wirtschaftsvereinigung über neue Grundverordnung, die im kommenden Mai in Kraft tritt

Auch im Kreis Steinfurt schauen manche Unternehmen mit Unbehagen dem Stichtag 25. Mai 2018 entgegen. An diesem Datum tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft und löst das Bundesdatenschutzgesetz ab. Für Unternehmen gelten dann europaweit verbindliche Regeln, wie sie personenbezogene Daten, die sie über EU-Bürger gesammelt haben, ordnungsgemäß zu schützen haben. Spätestens am 25. Mai kommenden Jahres müssen die Firmen ihre internen Abläufe und Verfahren der neuen Vorgabe aus Brüssel angepasst haben – sonst drohen hohe Geldstrafen. Dass auch die heimische Wirtschaft im Kreis Steinfurt noch einiges an Hausaufgaben bis zum kommenden Mai zu erledigen hat, dafür war die große Resonanz ein Indiz, auf die eine Informationsveranstaltung der Wirtschaftsvereinigung Steinfurt (WVS) stieß. Rund 50 Unternehmer und IT-Leiter folgten der Einladung der Firma Atrios-IT-Systemhaus in ihre Räumlichkeiten, die fast an ihre Kapazitätsgrenze stießen. WVS und Atrios hatten mit der Fachanwältin für IT-Recht, Carola Sieling aus Paderborn, und dem „Technology Evangelisten“ Michael Veit von der Sophos Technology GmbH zwei ausgewiesene Experten eingeladen, die den Teilnehmern Wege aufzeigten, wie sie die neue EU-Richtlinie umsetzen und gleichzeitig zu mehr Datensicherheit in ihren Unternehmen gelangen können. „30 000 Cyberangriffe ereignen sich täglich auf Unternehmen in Deutschland“, sagte Fachanwältin Sieling und verdeutlichte so die Dimensionen des Problems. Spätestens der Fall Snowden habe vielen Nutzern moderner und vernetzter Informationstechnologie deutlich gemacht, wie wichtig es ist, die firmeneigenen Rechner gegen ungewollte Datenzugriffe abzusichern. Die EU-Datenschutzgrundverordnung vereinheitliche künftig den Datenschutz in Europa. „Und weil dies ab dem 25. Mai 2018 geltendes Recht in allen Mitgliedsstaaten ist, sollte man sich mit den Bestimmungen der 99 Artikel und 173 Erwägungsgründen dieser Verordnung auskennen. Denn die Bußgelder seien nicht von Pappe. „Das kann bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Umsatzes gehen“, sagte Sieling. Wie Maßnahmen zur Absicherung der firmeneigenen IT aussehen könnten, darüber informiert der zweite Referent des Nachmittags. „Eine Firewall alleine schützt heute nicht mehr ausreichend“, meinte er. Heutzutage müssten Unternehmen schon Systeme zur Gefahrenabwehr etwa vor Hackerangriffen sinnvoll miteinander kombinieren. „Denn 91 Prozent aller Datenverluste gehen auf das Konto von Hackern oder Malware“, sagte Veit.

(Quelle: Paul Nienhaus)

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